Präsenztag "Exekutive Funktionen"

Exekutive Funktionen bilden die kognitive Grundlage der Fähigkeit zur Selbstregulation. Diese werden zur bewussten und kontrollierten Steuerung des eigenen Verhaltens sowie der eigenen Emotionen benötigt. Die Exekutiven Funktionen entwickeln sich über einen sehr langen Zeitraum im Kindes- und Jugendalter, oftmals bis zu einem Alter von 25 Jahren. Der Entwicklungsverlauf kann dabei stark variieren, insbesondere bei emotional-sozialem Belastungserleben. Gut entwickelte Exekutive Funktionen ermöglichen sowohl einen angemessenen Umgang mit affektiven Impulsen und Frustration, als auch planvolles und vorausschauendes Handeln, kognitive Flexibilität, logisches Denken und Problemlösen, sowie die gezielte Aufmerksamkeitslenkung und Fokussierung. Damit sind Exekutive Funktionen von nachhaltiger Bedeutung für ein angemessenes Sozialverhalten und für ein erfolgreiches Lernen.

Um Exekutive Funktionen im Unterricht gezielt zu fördern, können bestimmte Stärken und Schwächen sowohl durch Unterrichtsbeobachtungen als auch ggf. durch ein standardisiertes Testverfahren, dem IDS-2, ermittelt werden. Diese Möglichkeit wird in Absprache mit den Kliniken herangezogen, wenn ambivalente Beobachtungen beim Lernen erfolgt sind und die gezielte Ableitung pädagogischer Schlussfolgerungen zur Förderung der Schüler*innen hilfreich sein kann. Die ausgewählten Testbereiche der IDS-2, Intelligence and Development Scales-2, testen die spontane Wortproduktion im Zusammenhang mit der kognitiven Flexibilität, das Vermögen, die Aufgabenressourcen auf mehreren Aufgabenanforderungen zu verteilen, die Inhibition sowie Planungs- und Problemlösungsfähigkeiten in Abgrenzung Arbeitshaltung, die durch Aussagen geleitetes Interview Einschätzungen zur Gewissenhaftigkeit und Leistungsmotivation zusammenfasst. Die Testergebnisse werden anschließend im multiprofessionellen Team mit den Kliniken sowie den Herkunftsschulen geteilt und zur weiteren Förderung im Unterricht genutzt. 

exekutive Funktionen